Das meinen die Mitglieder
In einer kleinen Umfrage wollten wir von den Befragten wissen, ob sie für oder gegen den Afghanistan-Einsatz sind und ob sie sich für oder gegen einen sofortigen Abzug der Bundeswehr aussprechen. Bemerkenswert: Während auf ganz Deutschland betrachtet die Meinungen eher kontra Afghanistan-Einsatz gehen, so ist die Stimmung der Befragten eher pro Afghanistan-Einsatz.
Von Sina Gund, Sarah Müller und Laura Sauer
2001 haben die Alliierten zwei Versprechen gegeben: 1. Das Taliban-Regime zu verjagen und damit den Terror einzudämmen 2. Dem Land eine Zukunftsperspektive jenseits von Armut und radikalem Islamismus zu ermöglichen. Beide Versprechen wurden noch nicht eingelöst. Deshalb wäre eine vorzeitiger Rückzug feige und verantwortungslos. Die Terrorgefahr würde sich bei uns im Westen vergrößern. Meiner Meinung nach müssen die Ursachen vor Ort bekämpft werden. Hierzu bedarf es einer neuen strategischen Ausrichtung, wobei dem zivilen Aufbau eine größere Bedeutung zukommen muss. Vera Huber, Oberkirch
Ich bin gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan, da ich die beschönigende Sicht der Politiker bezüglich des Konfliktes nicht nachvollziehen kann. Egal ob es jetzt Rot/Grün, Schwarz/Rot oder Schwarz/Gelb ist. All diesen Regierungen ist es nicht gelungen ihr eigenes Image und das ihrer rückgratlosen Politiker in den Hintergrund zu drängen, um dem Volk die Wahrheit über diesen Einsatz zu erzählen, nämlich dass es sich hier um einen Kriegseinsatz handelt. Stattdessen wurden bisher nur verharmlosende Umschreibungen verwendet. Das finde ich eine Frechheit gegenüber dem Volk , welches für dumm verkauft wird und den Soldaten, die jeden Tag in Afghanistan ihr Leben für uns riskieren. Christian Brenig, Lahr
Ich halte den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan im Rahmen des ISAF-Einsatzes für notwendig und richtig. Als Teil der NATO und der UN müssen wir Verantwortung übernehmen und Entscheidungen mittragen können, um unsere internationale Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren. Der Tod deutscher Soldaten in diesem Einsatz ist ohne Zweifel tragisch, doch wir Deutschen haben uns dazu entschieden der afghanischen Regierung bei dem Aufbau einer Demokratie zur Seite zu stehen, auch wenn das vielleicht Opfer bedeutet. Johannes Schmalisch, Oberkirch
Afghanistan liegt ohne Zweifel in einer der politisch am unsichersten Regionen der Welt, was es neben der schieren Unübersichtlichkeit der afghanischen Hochgebirge zur optimalen Brutstätte für den internationalen Terrorismus macht. Ganz nebenbei wurde mit dem Krieg gegen die Taliban auch das bereits wankende Pakistan gestützt, wodurch das in Falsche-Hände-Fallen des pakistanischen Atomarsenals verhindert wurde. Meiner Meinung nach ist der Bundeswehreinsatz in Afghanistan richtig und wichtig, nur in diesem Falle nicht von einem Krieg zu sprechen wäre falsch und Verrat an unseren gefallenen Soldaten. Christian Trautmann, Appenweier
Die Frage ob ich für oder gegen den Afghanistan Einsatz bin lässt sich schwer beantworten. Wir müssen beachten: Dass der Westen Afghanistan etwas schuldet und wir unsere Verbündeten ebenfalls unterstützt müssen. Aber wenn die Bundeswehr länger in Afghanistan tätig bleiben sollte, ist es notwendig, dass mehr in die Ausbildung unserer Soldatinnen und Soldaten investiert wird. Es kann nicht sein, dass der Ausbildungsstand wie vor 20 Jahren ist. Des Weiteren sollten unsere ‚Jungs’ da unten endlich mal vernünftig ausgerüstet werden und mehr Anerkennung verdienen. Nur wenn die Punkte Ausrüstung und Ausbildung wie oben beschrieben erfüllt werden, ist der weitere Einsatz in Afghanistan meiner Meinung nach teilweise zu verantworten. Marcel Mayer, Hausach
Die Frage stellt sich nicht. Der politische Entscheidungsprozess ist abgeschlossen und wir befinden uns im Krieg. Die Voraussetzungen für diese Entscheidung haben sich nicht geändert. Die Frage ist nun, ob wir militärisch in der Lage sind diese Entscheidung umzusetzen. Wir müssen unsere strategischen Fehler korrigieren und mit weiteren, vor allem spezialisierten Truppen, die zum Guerillakrieg nötigen Rückzugsräume der Taliban schließen und die örtliche staatliche Verwaltung sowie den Polizei- und Militärapparat konsequent aufbauen. Wer angesichts eines kleinen Haufens krimineller Islamisten das Hasenpanier ergreift, kann nicht erwarten außenpolitisch ernst genommen zu werden. Thomas Heitzmann, Lahr
Kontakt zu den Autoren:
Sina.Gund@junge-union-ortenau.de
Sarah.Mueller@junge-union-ortenau.de
Laura.Sauer@junge-union-Ortenau.de
Zum Kommentar "Raus aus Afghanistan"
[13.06.2010]