Gedanken zum Thema Europa

„Der Mensch akzeptieret Veränderungen nur unter dem Druck der Notwendigkeit und die Notwendigkeit nur dann, wenn er vor einer Krise steht.“ (Jean Monnet)

Europa, die scheinbare intransparente und ineffiziente Eurokatie befindet sich in einer fundamentalen Krise. Die anfängliche Hoffnung und Euphorie der Menschen das friedliche Europa zu gestalten ist in den letzen Jahren mehr und mehr verblast.

Es mangelt an Visionen und Ideen. Europa scheint die Antwort auf jedes nationale Problem geworden zu sein. Europa ist im Moment geprägt von einer immer größer werdenden Kluft zwischen Nord- und Süd- und Ost- und Westeuropa.

Die Finanz- und Flüchtlingskrise hat tiefe Risse in unserer Gesellschaft hinterlassen. Terrorismus, Flüchtlingsströme, Jugendarbeitslosigkeit sowie die große Diskrepanz zwischen Arm und Reich sind nur einige Probleme die teils ohne Lösungsansätze in unserer Gesellschaft verankert sind.

Doch nicht nur Europa, sondern auch die nationalen Gesellschaften sind gespalten. Globalisierunnsgewinner stehen im Kontrast zu Globalisierungsverlierern, Reich im Kontrast zu Arm und jung im Kontrast zu alt.

Eines ist klar: Europa muss eine neue Richtung einschlagen, um zu überleben.

Doch konträr zu der Meinung der vielen populistischen Strömungen brauchen wir mehr Europa und nicht weniger!

Die zunehmend globalen Probleme, wie beispielsweise der Klimawandel und die Flüchtlingsproblematik können nicht durch Nationale Isolation geregelt werden. Ein solidarisches Europa sollte in einer Zeit, die geprägt ist von der zunehmenden Digitalisierung und der Machtverschiebung in der Welt, ein echtes Substitut darstellen.

Macron hat es durch seine Visionen geschafft, dass man wieder über Europa spricht und zwar über ein Europa das sich verändern will. Doch um etwas nachhaltig zu verändern braucht Frankreich eben auch Deutschland, als starken Partner an seiner Seite. Weshalb Deutschland endlich konkreter mit seinen Vorschlägen werden und sich von dem Gedanke lösen sollte, dass man lediglich auf das deutsche Geld aus sei.

Denn Europa ist so viel mehr, wie eine wirtschaftliche Zweckunion.
Mit Macrons Rede an der pariser Universität Sorbonne hat sich ein Zeitfenster für Veränderungen geöffnet, doch dieses wird sich nach den Europawahlen 2019 auch wieder ein stückweit schließen.

Aus diesem Grund sollten wir mehr Initiative zeigen und den Mut ergreifen zu gestalten, damit wir Europa nicht an sich selbst scheitern lassen.

Denn eines dürfen wir nicht Vergessen: Europa vereint keine Staaten, es eint Menschen!

Von Annika Huber,
JU-Mitglied aus Oberkirch und Mitglied im Kreisvorstand der JU Ortenau