Die Menschen rufen es tausendfach: »Wir sind ein Volk!« Ein Hauch von Geschichte weht über den Platz vor dem Brandenburger Tor. Die ganze Welt nimmt Anteil an diesem unglaublichen Moment, als die Berliner Mauer eingerissen wird.
Und Helmut Kohl, »Kanzler der Einheit«, war der politische Architekt dieses Glücksmoments. Jahrzehnte später ist es eine Rede vor dem Bundestag, die der ehemalige Bundeskanzler bemüht, um an den Heldenmut vieler Menschen im Ostdeutschland des Jahres 1989 zu erinnern. An die »vielen Männer und Frauen, an die Bürgerrechtsbewegung, die für Menschenrechte und Demokratie gelebt, gekämpft und gelitten haben«. Ihr Mut und ihre Taten seien ein »wesentlicher Bestandteil« deutscher Geschichte. Mit Millionen Verbündeten auf den Straßen Ostberlins bringt er zusammen, was nie getrennt sein sollte: Ost- und Westdeutschland.
Helmut Kohl hat sich damit unvergessen gemacht – auch bei den Mitgliedern der Jungen Union Ortenau. »Viele von uns sind erst Ende der 1980er geboren, Kohl haben wir zu verdanken, dass die Teilung nur noch in Geschichtsbüchern dokumentiert wird«, sagt Madline Gund, Vorsitzende des Kreisverbands. Kohl ist aus dem Leben geschieden, doch im emotionalen Gedächtnis der Menschen wird er – um seine scheinbar nüchternen Worte zu wiederholen – ein »wesentlicher Bestandteil« deutscher Geschichte bleiben. Ruhe in Frieden.